IQ - was ist das?

Der Intelligenzquotient (IQ) ist eine Maßzahl mit dem Ziel, das allgemeine intellektuelle Leistungsvermögen (Intelligenz) zu messen. Es wird damit die relative Stellung einer Person im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung angegeben. Der Wert 100 darf dabei aber nicht mit einer Prozentangabe verwechselt werden.

Soviel nun zur Definition des Intelligenzquotienten - aber was zeigt er wirklich und wie wird er festgestellt - brauchen wir diese Messung überhaupt?

Der erste halbwegs brauchbare Intelligenztest wurde 1904 von William Stern entwickelt. Dieser formulierte für die Messung des IQ Aufgaben für unterschiedliche Altersstufen bei Kindern. Erreicht ein Kind Ergebnisse, die zumeist einer höheren Altersstufe als seinem eigenen Lebensalter erzielt werden, so gilt das Kind als überdurchschnittlich intelligent. Ursprünglich wurde der Test und auch die Auswertung nur für Schulreifetests entwickelt. Später wurde der Test dann durch Anwendung der populationsbezogenen Skalierung mit dem Mittelwert 100 auf Erwachsene ausgedehnt.
Ende des ersten Viertels des 20. Jahrhundert gab es Studien, die ergaben, dass hochbegabte Menschen (IQ über 140) im Schnitt beruflich wesentlich erfolgreicher und intellektuell produktiver waren als der Bevölkerungsdurchschnitt. Außerdem zeigte sich, dass die Kinder dieser Hochbegabten einen durchschnittlichen IQ von 133 hatten - also waren auch diese Kinder im Durchschnitt hochbegabt.

In der Gesamtbevölkerung ergibt sich folgende Verteilung:
Rund 68 % der Bevölkerung ist normal begabt (IQ 90-109) bis intelligent (IQ 110-119)
Von Hochbegabung spricht man ab einem Wert von 130 - dies trifft etwa auf 2 % der Gesamtbevölkerung zu.
Im unteren Bereich unterscheidet man Lernbehinderung (IQ 85-70), mäßige Intelligenzminderung (69-50) und schwerste Intelligenzminderung (IQ > 20)
Die Personen, die einen IQ zwischen 120 und 129 haben, werden als talentiert bezeichnet und machen ca. 10 % der Bevölkerung aus.

Ob eine Messung des IQ benötigt wird oder nicht ist immer noch umstritten. In den USA machte die Unsitte die Runde, dass Firmen Jobbewerber nur nach dem Ergebnis des von ihnen vorgeschriebenen IQ-Tests aufnahmen. Wenn man allerdings an die heute so wichtige Ausbildung der Kinder denkt, ist eine Feststellung des IQ oft die beste Möglichkeit, diese entsprechend ihrer Begabung oder Nichtbegabung zu fördern bzw. ausgleichen zu können.

Ziel ist es doch immer, unsere Kinder bestmöglich - entsprechend ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten zu fördern und zu unterstützen. Manchmal ist es dafür nötig, die Intelligenz eines Kindes mittels Test zu ermitteln - denn viele hochbegabte Kinder verstecken sich hinter einer tollpatschigen oder auch lauten Maske, nur um nicht aufzufallen. Die Intelligenz dieser Kinder könnte so verkannt werden und in der sozialen Entwicklung zum Stolperstein werden.

Wenn der Verdacht einer Hochbegabung vorliegt, wäre ein Besuch bei einem Kinderpsychologen vorteilhaft und zu empfehlen. Dieser kann einen IQ-Test durchführen bzw. durchführen lassen und zu weiteren Vorgehensweisen beraten.

Quelle: Wiener Bildungsserver