Licht und Schatten?

Hochbegabung und schulische Erfolge müssen nicht miteinander einhergehen. Ist die Hochbegabung des Kindes noch nicht bekannt, so langweilt es sich meist im normalen Unterricht. Diese chronische Unterforderung erzeugt beim Kind oft großen Unmut.

Burschen neigen eher dazu diesem freien Lauf zu lassen. Beispielsweise stören sie den Unterricht, streiten mit Lehrpersonen, spielen den Klassenclown und schreiben schlechte Noten, weil sie sich mit anderen Dingen beschäftigen und herumträumen, statt dem Unterricht zu folgen. Dies führt dann letztendlich zum Ausschluss aus der Klassengemeinschaft und damit fehlenden Freundschaften zwischen Gleichaltrigen. Die Schule wird damit noch uninteressanter und somit beginnt ein Teufelskreis, aus dem die Kinder nur noch schwer herausfinden.

Mädchen versehen oft ihre Schularbeiten und Tests absichtlich mit Fehlern oder erledigen Arbeiten extra langsam, um nicht aufzufallen. Meist tragen sie ihren Unmut auch nicht nach Außen.

Quelle: Wiener Bildungsserver

Hochbegabte Kinder haben ohne adäquate Förderung große Schwierigkeiten, das hohe Potential, über das sie verfügen, in Leistung umzuwandeln. Die Gefahr, bei Nichterkennen oder keiner Förderung liegt darin, dass extrem intelligente Kinder zu Schulverweigerern werden können. Schließlich hat jedes Kind das Recht, mit seinen Eigenheiten, mit seinen Stärken und Schwächen wahrgenommen zu werden.

Bei schulischen Problem oder Schulverweigerung ist spätestens der Zeitpunkt gekommen, an dem was unternommen werden muss. Es liegt hier an den Eltern, Erziehungsberechtigten und Lehrpersonen, den richtigen Weg für eine möglichst optimale Förderung des Kindes zu finden. Am besten funktioniert dies natürlich, wenn alle an einem Strang ziehen.

Die reine schulische Förderung ist zuweilen nicht ausreichend. So wenden Eltern hochbegabter Kinder zusätzliches Geld für Musikstunden, Förderkurse, Bücher, Sport, Computer ... auf.

Begabung ist aber keine Krankheit oder Behinderung, sondern ein Geschenk für das Kind, die Familie und die ganze Gesellschaft.

Damit dies von Eltern aber auch so wahrgenommen werden kann, sollte folgender Grundsatz nie vergessen werden: "Hören Sie auf danach zu gieren, dass sich die Hochbegabung in Leistung niederschlägt. Vertrauen Sie darauf, dass Intelligenz nicht verfliegt. Wichtig ist eine glückliche und zufriedene Kindheit." Diese Aussage stammt von Jutta Billhardt (Vorsitzende des Vereins für Hochbegabtenförderung in Deutschland und selber Mutter zweier hochbegabter - mittlerweile erwachsener Söhne).

Sicherlich ist die Erziehung eines hochbegabten Kindes nicht einfach, da es ständig fordert, sein Wissensdurst kaum gestillt werden kann und alles hinterfragt wird. Jedoch ist die Gegenleistung des Kindes, die Sie für seine Bemühungen erhalten ungleich höher als der Einsatz. Die Erfahrungen, die Sie mit Ihrem hochbegabten Kind machen können und die Einblicke, die Ihnen gewährt werden, lassen sich durch nichts aufwiegen.