Förderunterricht in der Schule

Unter Förderunterricht werden nicht zu beurteilende Unterrichtsveranstaltungen verstanden. Diese sind für Schüler, die in Pflichtgegenständen eines zusätzlichen Lernangebotes bedürfen, weil sie die Anforderungen in wesentlichen Bereichen nur mangelhaft erfüllen oder wegen eines Schulwechsels Umstellungsschwierigkeiten haben.
(Sinngemäße Definition laut SchOG § 8f Abs.aa.)

Förderunterricht bietet die Möglichkeit einzelnen SchülerInnen den Anschluss an den Lernfortschritt der Klasse zu sichern und vorhandene Lücken zu schließen.
Oft findet der Förderunterricht fächerübergreifend statt - das hängt aber vom Bedarf der zu fördernden SchülerInnen ab.

Zu Beachten ist, dass dieser zusätzliche Unterricht keine Einzelveranstaltung ist. Dem Förderunterricht liegt ein Konzept zugrunde, dessen Durchführung meist einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. Das heißt, es wird je nach Bedarf ein Förderplan erstellt, der idealerweise mit den Eltern besprochen wird, damit sie die Hintergründe verstehen und die Arbeit unterstützen können.

Ziel des Förderunterrichts ist:

  • Vertiefen von Lerninhalten
  • Erarbeitung der Lerninhalte mit anderen Methoden
  • Zurückgehen auf nicht gefestigte Lernschritte, die in der Gesamtklasse schon längst nicht mehr durcharbeitet werden
  • Stabilisieren der Schülerpersönlichkeit durch Übungen des sozialen Lernens
  • Hilfe beim Erkennen des eigenen Lerntyps und bei der Verbesserung der eigenen Lernstrategien
  • Übungen im motorischen Bereich, um physiologische Unterstützung zur Behebung des Lerndefizits zu geben
  • Angebot an immer wieder wechselnde Schülergruppen mit verschiedenen Bedürfnissen
  • ...

Wichtig zu beachten ist, was Förderunterricht nicht ist:

  • eine Gratis-Nachhilfestunde
  • bloß ein Nacharbeiten vergessener oder nicht verstandener Inhalte
  • nur eine zusätzliche Übungszeit (u. U. für immer dieselben Kinder)
  • eine Abgabestelle für die Eltern als Übungsmöglichkeit ihrer Kinder
  • eine "Überraschung" für die SchülerInnen am Ende eines Vormittags
  • eine Aufbewahrung für FahrschülerInnen
  • eine punktuelle Entscheidung desr Lehrerkraft, sondern ein Konzept für mehrere Einheiten

Vorteile

Obwohl der Förderunterricht meist in Gruppen abgehalten wird, wird doch mit jedem/r SchülerIn einzeln gearbeitet - für seine/ihre speziellen Bedürfnisse. Der Förderunterricht ist mit dem normalen Schulunterricht vom Inhalt her besonders gut abgestimmt und Bereiche oder Themen die im Unterricht zu kurz kommen, können hier gesondert und genauer durchgenommen werden (dies erhöht oftmals das Verständnis für gewisse Zusammenhänge der einzelnen Inhalte).
Im Förderunterricht kann in Ruhe und ohne Druck Individuelles ausprobiert werden.

"Aha-Erlebnisse" können bewusst beobachtet werden, der Leistungsdruck fällt weg und auch die schwächeren SchülerInnen kommen zu ihren Erfolgserlebnissen.

Nachteile

Förderunterricht findet leider nicht an allen Schulen statt. Damit dieser zustande kommt, müssen sich mehrere SchülerInnen dafür anmelden. Außerdem müssen die SchülerInnen, die diesen in Anspruch nehmen wollen, "Förderungsbedürftig" sein (dies wird von der jeweiligen unterrichteten Lehrkraft festgestellt).

Der Förderunterricht findet meist direkt im Anschluss an den Vormittag oder am Nachmittag statt. Die Kinder sind zu diesem Zeitpunkt oft schon müde und damit unaufmerksam.

Der Termin pro Woche steht fest und kann für einzelne Kinder nicht verschoben werden.

Die SchülerInnen fühlen sich oft als dumm abgestempelt, wenn sie den Förderunterricht besuchen müssen und empfinden diesen eher als Strafe.

Quelle: Wiener Bildungsserver