Unkonventionelles Lernen

Wahrnehmungsschwäche, Lese- Rechtschreibschwäche, Legasthenie und Dyskalkulie erweist sich vor allem während der Schulzeit als problematisch. Meist werden dabei die Stärken der Betroffenen übersehen.

Menschen mit diesen Schwächen sind häufig sehr kreativ und haben ein ausgezeichnetes Vorstellungsvermögen. Ihre unkonventionelle Art Aufgaben zu lösen und neue Ideen hervorzubringen macht sie zu interessanten Menschen, deren Schicksal davon abhängt, wie sie mit ihren Problemen umgehen lernen. Viele bekannte und erfolgreiche NaturwissenschaftlerInnen, UnternehmerInnen aber auch KünstlerInnen haben ihre besonderen Fähigkeiten nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Schwäche entwickeln können. Andere sind damit aber auch schon früh gescheitert.

Dieses Scheitern hängt mit der Entwicklung individueller Problemlösungsstrategien zusammen. Das Denken kreativer Menschen verläuft nach anderen Mustern. Bei der Lösung schulischer Aufgabenstellungen kann es zu falschen Schlussfolgerungen kommen. Diese können sie ohne Hilfestellung nicht korrigieren. Es ist die Aufgabe eines/einer Therapeuten/Therapeutin den falschen Lösungsansatz zu analysieren und die Lösungsstrategie durch Hinterfragen zu verändern. Wichtig dabei ist nicht der Fehler selbst sondern ist die Frage "Wie bist du zu dieser Lösung gekommen?".

Fehlende Hilfestellung führt bereits im Volksschulalter zu Konfusion. Bei legasthenen Kindern findet das beispielsweise Ausdruck in der unterschiedlichsten Schreibweise ein und desselben Wortes, da immer wieder andere und falsche Strategien zur Lösung eines Rechtschreibproblems herangezogen werden. Hilflosigkeit und die ganze Bandbreite der Folgeproblematik, wie in den einzelnen Kapiteln beschrieben, machen sich breit.

Natürlich wollen Eltern helfen. Sie üben und üben und üben wohlmeinend mit ihren Kindern. Doch ohne Erfolg. Frustration seitens der Eltern und des Kindes belastet mit der Zeit das Familienleben und führt zu Unstimmigkeiten und unnötigen Streitereien. Der objektive Rat eines Fachmanns/einer Fachfrau kann hier helfen. Schwächen sind keine Schande, sie müssen nur fachgerecht behandelt werden, damit die Zukunft ihres Kindes gesichert ist.

Hier noch einige Namen bekannter und durchaus erfolgreicher Legasthenikerinnen und Legastheniker:

  • Hans Christian Andersen (dänischer Dichter)
  • Agatha Christie (britische Schriftstellerin)
  • Tom Cruise (amerikanischer Schauspieler)
  • Walt Disney (Erfinder der Micky Maus)
  • Albert Einstein (Wissenschaftler, Erfinder der Relativitätstheorie)
  • Thomas Edison (Erfinder zB Glühbirne)
  • Whoopi Goldberg (amerikanische Schauspielerin)

Quelle: Wiener Bildungsserver